Torverteidigung
Das Tor nicht aus den Augen verlieren
Unter Tor- oder Zielverteidigung versteht man die direkte Verhinderung eines Gegentreffers. Dem einen oder anderen Rhetoriker wird aufgefallen sein, dass die Zielverteidigung ein Ziel des Angreifers beschreibt. Auf der anderen Seite beschreibt der begriff der Torverteidigung eher den Begriff des zu verteidigenden Objektes: Das Tor. Will man jetzt dem Erfolgsgeheimnis der optimalen Abwehr auf die Schliche kommen, müssen wir erstmal wissen, womit und vor allem in welcher Häufigkeit der Torspieler überhaupt konfrontiert wird (Mit Klick auf den Button (unten, z.B. auf Fangtechniken) gelangst Du zu mehr Informationen):
- Schüsse aus dem Spiel: 62%
- Kopfbälle: 18%
- 1vsTorwart-Situationen: 12%
- Standardsituation Freistoß/ Elfmeter: 8%
Die meisten Schüsse aus der Nahdistanz kommen auch in die Nähe des Torspielers: Zeit-, Gegner- und psychischer Druck veranlassen den Angreifer oft zu einem überhasteten und unkontrolliertem Schuss. Dabei sind die Abwehrchancen am größten, wenn er sich nicht vorzeitig für eine Seite entscheidet, sondern sich "anschießen" lässt!
Frontale Schüsse aus der Nahdistanz
- Auf einer gedachten Linie zwischen Tormitte und Ball stehen (Ideallinie).
- möglichst weit nach vorne Rücken ("sicherer Abstand"), um die Zielfläche zu verkleinern. Im Zonenspiel wird hier auch von "virtuellem Tor" gesprochen.
- im Moment der Ausholbewegung des Schützen rascher Auftaktschritt in die Ballerwartungshaltung
- Knie- und Hüftgelenk beugen
- Die Arme befinden sich neben dem Körper
- Den Blick auf den Ball richten und nur auf den Ball reagieren, nicht spekulieren und so das virtuelle Tor für den Schützen "öffnen". Also bis zum Schuss stehenbleiben!
- Dem Ball entgegengehen, sprich: Grundsätzlich immer nach vorne bzw. seitwärts zum Ball werfen, niemals nach hinten!
Seitliche Schüsse aus der Nahdistanz
- Alles beachten aus dem Bereich von frontalen Schüssen aus der Nahdistanz
- den Oberkörper leicht nach vorn beugen, um eine große "Trefferfläche" zu bieten.
- Nicht über den kurzen Pfosten herausrücken und so das Tor bei einem eventuellem Crossball "freigeben"!
Schüsse aus mittlerer bis großer Distanz
- Der Torspieler steht auf einer gedachten Linie zwischen Ball und Tormitte (Ideallinie).
- Auftaktschritt in die Ballerwartungshaltung im Moment der Ausholbewegung des Schützen
- Im Moment des Schusses steht der Torspieler
- Knie- und Hüftgelenk ist leicht gebeugt
- Die Arme sind vor bzw. neben dem Körper
- Die Hände werden geöffnet und seitlich neben dem Körper gehalten
Aufbauend auf dem Erlernten, ist es für den Torspieler von großer Bedeutung, diese Techniken in komplexeren, spielnahen Trainingsübungen anzuwenden. Das Stellungsspiel in den verschiedenen Zonen, sowie Timing und Balance zu schulen, sind weitere Bausteine des modernen Torwarttrainings.
Wesentlicher Bestandteil des Torwarttrainings ist eine gute fußballerische Ausbildung der Fänger. Das Beherrschen der verschiedenen Pass- und Stoßarten gehört ebenso dazu, wie eine gute Übersicht im Spielaufbau. Für das Mitspielen im Spielaufbau ist eine saubere Ball An- und Mitnahme, sowie eine gute Vororientierung von Nöten. Das Einleiten schneller Offensivaktionen kann entscheidende Vorteile für die eigene Mannschaft bringen. Das Offensivspiel sollte stets beidfüßig trainiert werden.
Das Verteidigen im Raum gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Torspieler. Mut, Entschlossenheit und eine gute Antizipation zeichnen den erfolgreichen Torspieler aus. Dieser Teil des Torwartspiel sollte immer wieder in spielnahen Situationen trainiert werden.
Für die Situationen im 1gegenTorspieler sollte der Torwart die grundlegenden Blocktechniken beherrschen. Ein gutes Stellungsspiel, sowie Timing, ist hier auschlaggebend für eine erfolgreiche Aktion. Je länger der Torspieler stehen bleibt, desto größer ist die Chance, den Angreifer zu verunsichern und somit zu einem ungenauen Abschluss zu zwingen.
Ein Torspieler auf Topniveau ist zudem in der Lage, Spielsituationen blitzschnell zu erkennen und seine Vorderleute durch klare kurze Anweisungen zu Stellen. Zudem ist der Torspieler aktiver im Spiel und läuft nicht so schnell Gefahr, den Fokus zu verlieren. Das „Coaching“ sollte zudem in jeder Trainingseinheit mit der Mannschaft trainiert und angewendet werden.